Der Einzug in die neue Wohnung

Ein Ratgeber zum Thema Wohnungsübergabe, Abstandszahlung, Untermiete und Einzug in die neue Wohnung

Rund um den Umzug in eine andere Wohnung können zahlreiche rechtliche Probleme auftreten. Dieser Ratgeber soll Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Wohnungssuche und Einzug in die neue Wohnung geben.

 

Übersicht des Ratgebers:


1. Übergabe der Wohnung

2. Abstand und Ablösevereinbarungen

3. Umzug in die neue Wohnung

4. Stimmt die Wohnungsgröße?

5. Wohnen zur Untermiete

 

WICHTIGER HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass die Kanzlei Hollweck keine Beratung oder Vertretung im Mietrecht anbietet. Dieser Ratgeber wurde ausschließlich zu Ihrer Information erstellt. Bei Problemen im Bereich Mietrecht empfiehlt die Kanzlei Hollweck, zunächst den örtlichen Mieterverein oder die Verbraucherzentrale zu kontaktieren, da diese Institutionen eine sehr günstige und effektive Hilfe bei Mietrechtsproblemen anbieten können.

  

1. Übergabe der Wohnung

Worauf muss ich bei der Wohnungsübergabe achten?

 

Das entscheidende bei der Übergabe der neuen Wohnung ist das Protokoll. Achten Sie darauf, dass dieses Protokoll so ausführlich und genau wie möglich ist. Gehen Sie zusammen mit dem Vermieter bzw. dem Mitarbeiter der Hausverwaltung von Raum zu Raum und halten Sie alle Auffälligkeiten fest. Jeder einzelne Schaden an Türen, Böden, Wänden, Fenstern etc. muss in das Übergabeprotokoll mit aufgenommen werden. Ebenso die Zählerstände von Gas, Strom und, falls vorhanden, Wasser.

 

Ist Ihr Vermieter bezüglich eines vorhandenen Schadens einer anderen Meinung als Sie, so sollten Sie beide Meinungen in das Protokoll aufnehmen lassen. Nutzen Sie hierzu ein Beiblatt zum Protokoll. Besteht beispielsweise Streit darüber, welche Kacheln im Bad gebrochen sind oder nicht, so lassen Sie die Zahl des Vermieters und Ihre Zahl im Protokoll festhalten. Kommt es später beim Auszug zu einer rechtlichen Auseinandersetzung zwischen Ihnen und dem Vermieter, so verbessert sich Ihre Beweissituation erheblich, wenn im Protokoll Ihre damalige Version des Wohnungsschadens auftaucht.

 

Schäden, die typischerweise bei der Benutzung einer Wohnung auftreten, müssen nicht in das Übergabeprotokoll aufgenommen werden. Hierfür muss der Mieter bei Auszug nicht bezahlen. Solche Mängel sind beispielsweise Laufspuren auf dem Teppich oder Möbelabdrücke.

 

Warum ist ein korrektes Übergabeprotokoll so entscheidend?

 

Steht ein Schaden, der beim Einzug bereits vorhanden war, nicht im Protokoll, und Sie ziehen wieder aus, so müssen Sie selbst für diesen Schaden haften. Der Schaden wird dann Ihnen zugerechnet, da das Protokoll als Beweismittel fehlt. Sie müssen diesen Schaden auf Ihre Kosten beseitigen lassen.

 

Gibt es andere Beweise als das Übergabeprotokoll?

 

Ja, ein bereits bei Einzug vorhandener Schaden kann auch durch einen Zeugen oder Fotos belegt werden. Ziehen Sie daher zur Wohnungsübergabe immer eine weitere Person hinzu, die die neue Wohnung in dem Zustand sieht, wie er sich beim Einzug zeigt. Entdecken Sie einen Schaden, so zeigen Sie diesen dem Zeugen und machen Sie ein Foto mit Ihrer Digitalkamera oder Handykamera. Kommt es später zum Streit mit dem Vermieter, so können Sie mittels des Zeugen und der Fotos beweisen, dass der Schaden von Anfang an in der Wohnung vorhanden war, selbst wenn er nicht im Protokoll auftaucht. 

 

Was ist, wenn ich einen Schaden an der Wohnung erst ein paar Tage nach der Wohnungsübergabe entdecke?

 

Bitten Sie Ihren Vermieter, eine einwöchige Nachmeldefrist in das Übergabeprotokoll mit aufzunehmen. Dann haben Sie als Mieter noch eine Woche Zeit, um die bei Einzug bereits vorhandenen Schäden dem Vermieter nachträglich zu melden und in das Übergabeprotokoll eintragen zu lassen.

 

Eine derartige Formulierung könnte etwa wie folgt aussehen: "Der Mieter (Name) kann weitere Schäden, die nicht in diesem Protokoll am heutigen (Datum) festgehalten wurden, innerhalb einer Woche bis spätestens (Datum) dem Vermieter (Name) nachmelden. Die nachgemeldeten Schäden werden dann in dieses Protokoll nachträglich mit aufgenommen. Der Mieter erhält eine Kopie des ergänzten Übergabeprotokolls."

 

Entdecken Sie dann tatsächlich noch weitere Schäden, so sollten Sie diese dem Vermieter per Einschreiben mit Rückschein zukommen lassen, um einen Nachweis für die Nachmeldung zu haben. Der sicherste Weg ist selbstverständlich der, indem Sie persönlich beim Vermieter bzw. der Hausverwaltung vorbeikommen und die nachträglich festgestellten Schäden protokollieren lassen.

 

Was ist, wenn der Vermieter sich weigert, die bei der Wohnungsübergabe festgestellten Schäden reparieren zu lassen?

 

Will der Vermieter die bei Einzug vorhandenen Schäden an der Wohnung nicht reparieren lassen, so sollten Sie ihn hierzu schriftlich per Einschreiben mit Rückschein auffordern und dafür eine Frist von zwei bis drei Wochen setzen. Läuft diese Frist ergebnislos ab, so können Sie die Schäden selbst reparieren oder von einem Handwerker reparieren lassen. Die Kosten hierfür muss dann Ihr Vermieter übernehmen.

 

Bitte beachten Sie hierbei, dass Sie Ihren Vermieter nur dann zur Reparatur eines Schadens auffordern sollten, wenn dieser Schaden die Funktionalität der Wohnung beeinträchtigt. Handelt es sich lediglich um einen "Schönheitsschaden", so ist der Vermieter nicht zur Reparatur verpflichtet. Denn Sie haben die Wohnung bewusst unter Kenntnis dieses Schadens angemietet. Ein Kratzer in den Badfliesen berechtigt Sie also nicht zur Reparaturaufforderung, ein mangelhaft funktionierender Wasserhahn dagegen schon.

 

Zu beachten ist außerdem, dass die im Protokoll festgehaltenen Schäden nicht automatisch zur Reparaturaufforderung berechtigen. Das Übergabeprotokoll hat einzig die Funktion, als Beweismittel für den Zustand der Wohnung beim Einzug des neuen Mieters zu dienen. Die Aufforderung des Vermieters zur Reparatur geschieht unabhängig davon. Sie als Mieter haben selbstverständlich das Recht auf eine einwandfrei gebrauchsfähige Mietwohnung, und dürfen dementsprechend den Vermieter zur Reparatur von Schäden auffordern.

 

Um Probleme dieser Art zu vermeiden empfiehlt es sich, bereits in das Übergabeprotokoll eine Frist mit aufzunehmen, innerhalb der bestimmte Schäden durch den Vermieter beseitigt werden sollen.

 

Verweigert der Vermieter jegliche Reparaturregelungen oder Fristsetzungen im Protokoll, so sollten Sie dies ebenfalls mit in das Protokoll aufnehmen. Sie können einen derartigen Zusatz direkt neben Ihrer Unterschrift anbringen oder an einer anderen dafür geeigneten Stelle im Übergabeprotokoll. Benennen Sie kurz die Mängel, die Sie nicht akzeptieren und Ihrer Meinung nach vom Vermieter repariert werden müssen. Unterlassen Sie einen solchen Hinweis, so besteht die Gefahr, dass Sie später aufgrund dieser Mängel keine Mietminderung verlangen oder zu Reparaturen auffordern dürfen. Denn dann kann das Übergabeprotokoll evtl. so interpretiert werden, dass Sie mit diesen Mängeln einverstanden sind. Und Mängel, die Sie bei Einzug akzeptieren, gelten als "mitgemietet". Sie haben später keinen Anspruch darauf, diese Mängel ausbessern zu lassen.

 

 

2. Abstand und Ablösevereinbarungen

Darf der Vormieter eine Abstandszahlung für Möbel etc. von mir verlangen?

 

Ja, der Vormieter darf einen "Abstand" von Ihnen verlangen. Das gilt aber nur dann, wenn Sie die Vereinbarungen zur Nachmiete direkt mit ihm aushandeln. Das ist nur dann möglich, wenn der Vermieter dem Mieter die Erlaubnis gegeben hat, selbständig einen Nachmieter zu suchen und entsprechende Abstandsvereinbarungen mit ihm zu treffen. Verhandeln Sie direkt mit dem Vermieter im Rahmen einer normalen Mietanfrage, so darf der Vormieter keinen Abstand von Ihnen verlangen. Er muss die Wohnung leer räumen und in diesem Zustand an den Vermieter übergeben. Sie mieten die Wohnung dann in diesem leeren Zustand an.

 

Abstandsvereinbarungen spielen meist dann eine Rolle, wenn der momentane Mieter die Erlaubnis vom Vermieter erhält, selbst einen Nachmieter zu suchen, um die dreimonatige Kündigungsfrist zu verkürzen. Ansonsten müsste der Mieter evtl. einige Monate doppelt bezahlen. Viele Vermieter gewähren in diesen Fällen dem Mieter das Recht, einen geeigneten Nachmieter zu präsentieren. Die letztendliche Mieterauswahl trifft dennoch der Vermieter. Der Mieter macht nur Vorschläge. Ob der Vermieter dem Mieter das Recht gewährt, eine Abstandszahlung für seine Möbel, für die Einbauküche, für Renovierungsmaßnahmen, für Teppiche oder Laminatfußböden etc., ist unterschiedlich. Im Zweifel sollten interessierte Neumieter telefonisch beim Vermieter nachfragen.

 

Sind Sie an einer bestimmten Wohnung besonders interessiert, und gibt es zahlreiche weitere Mitbewerber, so kommen Sie um die Zahlung eines Abstandes bzw. einer Ablöseforderung nicht herum. Es handelt sich um einen privatrechtlichen Vertrag, der der deutschen Vertragsfreiheit unterliegt. In diesem Ablösevertrag können Sie frei regeln, welche Gegenstände übernommen werden müssen und wieviel diese kosten. Eine Sache ist dennoch zu beachten: Übertrieben hohe Preise darf der Vormieter vom Nachmieter nicht verlangen. Übersteigt der Betrag der Abstandszahlung den Wert des Objekts um mehr als 50 Prozent, so darf der Nachmieter den übersteigenden Betrag zurückfordern. Das gilt selbst dann, wenn der Nachmieter den Mietvertrag und den Ablösevertrag unterschrieben hat. 

 

3. Der Umzug in die neue Wohnung

Meine Freunde haben mir beim Umzug in die neue Wohnung geholfen. Haften diese für Schäden an den Möbeln?

 

Hilft Ihnen beim Wohnungsumzug ein Familienmitglied, Bekannte oder Freunde, so haften diese in der Regel nicht, wenn sie Schäden beim Umzug verursachen. Die freiwilligen Helfer möchten Ihnen eine Gefälligkeit erweisen, aber nicht für eine evtl. Haftung geradestehen.

 

Grundsätzlich haften freiwillige Umzugshelfer aus dem Bekannten- oder Freundeskreis daher nur in Ausnahmefällen. So ein Ausnahmefall liegt etwa dann vor, wenn der Helfer schuldhaft etwas kaputt macht (also grob fahrlässig oder vorsätzlich). Ähnlich verhält es sich, wenn die Hilfeleistung gegen Bezahlung erfolgt. Doch hier kommt es sehr stark auf den jeweiligen Einzelfall an. Geringe Vergütungen für einen Freundschaftsdienst führen noch nicht zu einer Haftung des Umzugshelfers. 

 

Ich habe eine professionelle Umzugsfirma mit dem Umzug beauftragt. Haftet das Umzugsunternehmen bzw. dessen Mitarbeiter für Schäden an den Möbeln?

 

Sobald Sie eine professionelle Umzugsfirma mit dem Umzug beauftragen haftet diese für alle Schäden, die sie verursacht. Dabei ist zunächst das Unternehmen selbst Ihr Ansprechpartner. Die Mitarbeiter haften rechtlich gesehen zwar auch, doch können Sie von diesen nur in Ausnahmefällen einen Schadensersatz verlangen.

 

Was soll ich tun, wenn die Umzugsfirma einen Schaden an meinen Einrichtungsgegenständen verursacht hat?

 

Ist ein Schaden entstanden, so sollten Sie diesen so gut wie möglich dokumentieren. Machen Sie ein Foto von dem beschädigten Objekt und ziehen Sie einen Zeugen hinzu, der den Schaden ebenfalls begutachtet. Notieren Sie sich Zeit, Ort, und den Vorgang der Beschädigung. Idealerweise haben Sie bei besonders teuren Möbelstücken bereits vor Beginn des Umzugs Fotos gemacht, um deren ursprünglichen Originalzustand zu dokumentieren.

 

Wichtig: Melden Sie entstandene Schäden umgehend Ihrem Umzugsunternehmen. Spätestens am nächsten Tag nach dem Umzug sollten Sie die Umzugsfirma über den Schaden informiert haben. Untersuchen Sie die Umzugsgegenstände so genau wie möglich, um evtl. versteckte Schäden ausfindig zu machen. Derartige Schäden können Sie noch innerhalb von 14 Tagen nach dem Umzug nachmelden.

 

Anschließend bitten Sie die Umzugsfirma um Ersatz des entstandenen Schadens. Das sollte zunächst formlos per E-Mail und Telefon geschehen. In der Regel erstattet Ihnen das Umzugsunternehmen den Schaden, da es für solche Fälle versichert ist. Um den Vorgang zu beschleunigen können Sie sich sogar die Adresse und die Versicherungsnummer geben lassen und Ihren Schaden selbst bei der jeweiligen Versicherung melden. 

 

4. Stimmt die Wohnungsgröße?

Nachdem Sie in Ihre neue Wohnung eingezogen sind, empfiehlt es sich, deren Größe einmal nachzumessen. Viele Fälle sind bekannt, in denen die tatsächliche Wohnungsgröße wesentlich kleiner war, als sie im Mietvertrag angegeben wurde. Die real gegebene Quadratmeterzahl kann einen entscheidenden Einfluss auf Ihre monatlichen Kosten haben. Ist die Wohnung kleiner als im Mietvertrag angegeben, so kann das zu einer Minderung der Miete oder zu einer Herabsetzung der monatlichen Nebenkosten bzw. Betriebskosten führen.

 

In welchen Fällen darf ich die Miete mindern?

 

Ein Minderung der Miete ist nur dann möglich, wenn Ihre Wohnung um mehr als zehn Prozent kleiner ist, als im Mietvertrag angegeben wurde. Stehen 80qm im Mietvertrag und ist die Wohnung tatsächlich nur 71qm groß, können Sie die Wohnungsmiete anteilig herabsetzen. In allen anderen Fällen ist keine Minderung der Miete möglich. Dennoch besteht auch hier die Möglichkeit, mit dem Vermieter eine individuelle Vereinbarung zu treffen. Können Sie Ihrem Vermieter nachweisen, dass die Wohnung um ein paar Quadratmeter zu klein ist, so ist die Chance groß, dass dieser Ihnen die Miete freiwillig herabsetzt.

 

Wann darf ich die monatlichen Nebenkosten (Betriebskosten) herabsetzen?

 

Ist die Wohnung kleiner als angegeben, und wird ein Teil Ihrer Nebenkosten nach der Quadratmeterzahl der Wohnungsgröße berechnet, so können Sie die Höhe der Nebenkosten anteilig herabsetzen.

 

Das trifft vor allem auf die Heizkosten zu, wenn es sich bei Ihrer Wohnungsheizung beispielsweise um eine Zentralheizung handelt. Dann rechnet der Vermieter die Kosten der Heizung in der Regel anteilig nach Verbrauch und anteilig nach Wohnungsgröße auf die Mieter um. Den Anteil, der Ihnen aufgrund Ihrer Wohnungsgröße berechnet wird, können Sie im Verhältnis herabsetzen.

 

Doch auch die übrigen Nebenkosten werden in der Regel anteilig in Bezug auf die Wohnungsgröße auf Sie umgerechnet. Dazu benutzt der Vermieter einen bestimmten Verteilungsschlüssel. Dieser Schlüssel ist aus der jährlichen Nebenkostenabrechnung ersichtlich. Ändert sich nun die Wohnungsgröße, so ändert sich auch der Verteilungsschlüssel. Letztendlich zahlen Sie Monat für Monat einen geringeren Nebenkostenanteil.

 

Möglich ist auch, dass Sie einen Teil Ihrer Kaution zurückerhalten. Denn die Kaution berechnet sich anhand der Kaltmiete. Maximal drei Kaltmieten darf der Vermieter als Kaution einbehalten. Verringert sich die monatliche Kaltmiete, so verringert sich dementsprechend die Kaution. Den zuviel gezahlten Anteil erhalten Sie vom Vermieter zurück. 

 

5. Wohnen zur Untermiete

Es gibt viele Gründe, ein einzelnes Zimmer in der eigenen Wohnung unterzuvermieten. Sei es, weil die Wohnung zu teuer wird, oder sei es, damit man sich nicht einsam fühlt. Ebenso kann es für den Mieter eine sinnvolle Alternative zur normalen Wohnungsanmietung sein, nur ein einzelnes Zimmer unterzumieten. Entweder, weil man nur kurz in der Stadt ist um ein Praktikum zu machen, oder weil es schlicht die günstigste Möglichkeit zum Wohnen darstellt. Im folgenden werden Antworten zu den wichtigsten Rechtsfragen rund um die Untermiete gegeben.

 

Ab wann ist es nicht mehr ein normaler Besuch, sondern eine Untermiete?

 

Als Wohnungsmieter dürfen Sie Besuch empfangen, so oft und so viele Personen Sie mögen. Es gibt hierzu keine gesetzliche Beschränkung, so lange die Ruhe der anderen Mieter nicht gestört wird. Bleibt Ihr Besuch jedoch ungewöhnlich lange, so kann möglicherweise schon eine Untermiete vorliegen. Auch hierzu gibt es keine gesetzliche Regelung, die Gerichte urteilen aber, dass in der Regel ab einer Aufenthaltsdauer von mehr als drei Monaten nicht mehr von einem Besuch ausgegangen werden kann, sondern schon von Untermiete zu sprechen ist. Das ist allerdings nur eine pauschale Zeitraumbenennung, da jeder Einzelfall gesondert zu betrachten ist.

 

Muss ich den Vermieter fragen, wenn ich ein Zimmer in meiner Wohnung untervermieten möchte?

 

Ja, Ihren Vermieter müssen Sie unbedingt um Erlaubnis bitten. Ansonsten riskieren Sie die Kündigung Ihres eigenen Mietvertrags.

 

Nicht fragen müssen Sie, wenn es sich lediglich um den Zuzug Ihres Ehepartners, von Kindern oder von Ihren Eltern handelt. Dieses Zusammenleben ist ohne Einschränkungen von vorneherein erlaubt, Sie müssen daher Ihren Vermieter nicht um Erlaubnis fragen. Das gleich gilt für Besuch, wenn er kürzer als drei Monate bleibt.

 

Etwas schwieriger ist es beim Partner bzw. Lebenspartner. Hier ist ein Zusammenwohnen nicht ohne weiteres möglich, daher sollte im Zweifel besser der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Das gilt jedoch nur für das dauerhafte Zusammenwohnen. Besucht Sie Ihr Partner nur am Wochenende und behält nebenbei noch seine eigene Wohnung, so gilt das nur als Besuch und nicht als gemeinsames wohnen. Gibt Ihr Partner allerdings seine eigene Wohnung auf und zieht zu Ihnen, so sollten Sie den Vermieter um Zustimmung bitten.

 

Muss der Vermieter der Untervermietung zustimmen?

 

Ja, in aller Regel muss Ihr Vermieter der Untervermietung zustimmen. Er ist beispielsweise dann zur Zustimmung verpflichtet, wenn Sie dem Untermieter lediglich einen Teil Ihrer Wohnung überlassen, beispielsweise ein einzelnes Zimmer. Wichtig ist, dass die Wohnung durch die Untervermietung nicht überbelegt wird, dass keine Schäden drohen, und dass die Hausgemeinschaft nicht gestört wird. Bei einer Untervermietung von ein oder zwei Zimmer an eine einzelne Person oder an ein Paar dürfte das nicht der Fall sein. Wichtig ist, dass der Untermieter für den Vermieter zumutbar ist. Handelt es sich um einen bekannten Schwerverbrecher, so muss Ihr Vermieter selbstverständlich nicht zustimmen.

 

Auch in den Fällen, in denen Sie als Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung haben, ist Ihr Vermieter zur Zustimmung verpflichtet. Ein berechtigtes Interesse zur Untervermietung liegt beispielsweise dann vor, wenn Sie plötzlich einen unvorhersehbaren finanziellen Engpass erleiden und daher über die Untervermietung Geld hereinholen wollen. Dieses berechtigte Interesse darf jedoch zeitlich erst nach dem Einzug entstanden sein. Hatten Sie bereits bei Anmietung der Wohnung die Untervermietung im Sinne, so liegt kein berechtigtes Interesse vor, und der Vermieter darf die Untermiete verweigern.

 

Möchten Sie Ihre Wohnung dauerhaft und komplett an eine andere Person untervermieten, so muss Ihr Vermieter das nicht ohne weiteres akzeptieren. Ein solcher Anspruch besteht nicht, kann aber natürlich in Absprache mit dem Vermieter erzielt werden. Verlassen Sie beispielsweise Ihre Wohnung für mehrere Monate (Auslandssemester, Weltreise, Arbeit im Ausland), so sollte es keine Probleme darin geben, mit Ihrem Vermieter eine Einigung zu erreichen.

 

Um ein Einverständnis des Vermieters zu erhalten, muss der Mieter dem Vermieter lediglich die Person des zukünftigen Untermieters benennen und ihm den Grund für die Untermiete mitteilen. Zu weiteren Auskünften ist der Mieter nicht verpflichtet. So darf der Vermieter beispielsweise keine Auskünfte über die finanziellen Verhältnisse des Untermieters erfragen. Er darf auch keine Bedingungen für die Untermiete benennen. Für den Vermieter bleibt alleine der bisherige Hauptmieter der Ansprechpartner und mietrechtlicher Vertragspartner.

 

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass bei der Benennung des neuen Untermieters und der Begründung für die Untermiete eine gewisse Ausführlichkeit nicht schadet. Je genauer der Hauptmieter den Untermieter dem Vermieter vorstellt, und je verständlicher er den Grund für die Untermiete beschreibt, desto reibungsloser gestaltet sich die zukünftige Beziehung zwischen Mieter und Vermieter.

 

Eine Zustimmung des Vermieters ist für jede neue Untervermietung notwendig. Planen Sie die ständig wechselnde Untervermietung von einem oder mehreren Zimmern, so sollten Sie sich von Ihrem Vermieter eine pauschale Erlaubnis zur Untervermietung einholen. Sie müssen dann bei erneuter Untervermietung nicht jedesmal Ihren Vermieter um Erlaubnis bitten. Wohngemeinschaften, bei denen es lediglich einen Hauptmieter gibt, sollten die WG in den Mietvertrag mitaufnehmen lassen. Ist die Wohnung als Wohngemeinschaft klassifiziert, so kann ein stetiger Mitbewohnerwechsel stattfinden, ohne dass der Vermieter jedesmal neu gefragt werden müsste.

  

Welches Rechtsverhältnis besteht zwischen Hauptmieter und Untermieter?

 

Wenn Sie ein Zimmer in Ihrer Wohnung untervermieten, so treten Sie dem Untermieter gegenüber als Vermieter auf. Das heißt, zwischen Ihnen und dem Untermieter besteht ein ganz normales mietrechtliches Verhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Es gelten die gewöhnlichen Mietrechtsvorschriften. Darüber hinaus finden selbstverständlich die Regelung Anwendungen, die Sie im Untermietvertrag geregelt haben. Der Untermieter kann seine Rechte allerdings immer nur gegenüber dem Hauptmieter geltend machen, niemals gegenüber dem Vermieter. Zwischen Vermieter und Untermieter gibt es keine vertragliche Bindung.

 

Der Hauptmieter darf die Miethöhe des untervermieteten Zimmers frei bestimmen. Er muss dabei keine Rücksicht darauf nehmen, wie hoch seine eigene Miete ist. Hinsichtlich des Kündigungsschutzes genießen Untermieter die gleichen gesetzlichen Rechte wie der Hauptmieter. Problematisch wird es allerdings, wenn der Hauptmieter vorzeitig die Wohnung verlassen muss. In diesem Fall muss auch der Untermieter gehen, er hat dann aber evtl. einen Schadensersatzanspruch gegenüber dem Hauptmieter.

 

Hinsichtlich der Haftung für Schäden an der Wohnung haftet alleine der Hauptmieter dem Vermieter. Das gilt auch für Schäden, die der Untermieter verursacht hat. Der Hauptmieter bleibt nach wie vor alleine für die Zahlung der Miete verantwortlich und muss sich um die Einhaltung der Hausordnung kümmern.  

 

 

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