Bankkonto und Lastschrift

Ein Ratgeber zum Thema Lastschriften und Lastschriftrückbuchungen: Welche Frist besteht für die Rückbuchung einer Lastschrift?

Ratgeber von Rechtsanwalt Thomas Hollweck

 

 

Wurde von Ihrem Bankkonto eine unberechtigte Lastschrift abgebucht, so haben Sie für eine Rückbuchung grundsätzlich 8 Wochen ab Abbuchung Zeit. Handelt es sich um eine rechtswidrige Abbuchung, so stehen Ihnen sogar 13 Monate für eine Rückbuchung zur Verfügung.  

 

1. Rückbuchung einer genehmigten bzw. rechtmäßigen Lastschrift

 

Hat der Kunde einem Unternehmen oder einer Person eine Einzugsermächtigung erteilt, so dürfen aufgrund dieser Ermächtigung Lastschriften vom Bankkonto des Kunden abgebucht werden. Es handelt sich somit um eine berechtigte Lastschriftabbuchung.

 

Eine berechtigte bzw. genehmigte Lastschrift kann im Rahmen des SEPA-Basis-Lastschriftverfahrens innerhalb von acht Wochen ab erfolgter Abbuchung rückgebucht werden.

 

Hierzu heißt es in Abschnitt B, Punkt 2.5 der "Sonderbedingungen für den Lastschriftverkehr": 

 

"Der Kunde kann bei einer autorisierten Zahlung aufgrund einer SEPA-Basis-Lastschrift binnen einer Frist von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Belastungsbuchung auf seinem Konto von der Bank ohne Angabe von Gründen die Erstattung des belasteten Lastschriftbetrages verlangen."

  

2. Rückbuchung einer nicht genehmigten bzw. einer unberechtigten Lastschrift

 

Wird vom Konto des Bankkunden eine Abbuchung in Form einer Lastschrift vorgenommen, zu der der Bankkunde vorher keine Genehmigung erteilt hat, so handelt es sich um eine widerrechtlich erfolgte Lastschriftabbuchung. 

 

Eine nicht berechtigte bzw. illegale Abbuchung kann nach dem SEPA-Basis-Lastschriftverfahren innerhalb von 13 Monaten zurückgebucht werden, nachdem die Bank ihren Kunden von dieser Kontobelastung informiert hat. Eine solche Information geschieht im Regelfall über den Kontoauszug.

 

Hierzu heißt es in Abschnitt B, Punkt 2.6.1 der "Sonderbedingungen für den Lastschriftverkehr": 

 

"Im Falle einer vom Kunden nicht autorisierten Zahlung hat die Bank gegen den Kunden keinen Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen. Sie ist verpflichtet, dem Kunden den von seinem Konto abgebuchten Lastschriftbetrag unverzüglich zu erstatten. Dabei bringt sie das Konto wieder auf den Stand, auf dem es sich ohne die Belastung durch die nicht autorisierte Zahlung befunden hätte."

 

Und weiter in Abschnitt B, Punkt 2.6.5 Absatz 2: 

 

"Ansprüche des Kunden (...) und Einwendungen des Kunden gegen die Bank aufgrund nicht oder fehlerhaft ausgeführter Zahlungen oder aufgrund nicht autorisierter Zahlungen sind ausgeschlossen, wenn der Kunde die Bank nicht spätestens 13 Monate nach dem Tag der Belastung mit einer nicht autorisierten oder fehlerhaft ausgeführten Zahlung hiervon unterrichtet hat. Der Lauf der Frist beginnt nur, wenn die Bank den Kunden über die Belastungsbuchung der Zahlung entsprechend dem für Kontoinformationen vereinbarten Weg spätestens innerhalb eines Monats nach der Belastungsbuchung unterrichtet hat; andernfalls ist für den Fristbeginn der Tag der Unterrichtung maßgeblich."

 

3. Ergebnis

 

Im Rahmen des SEPA-Basis-Lastschriftverfahrens können berechtigte Lastschriften innerhalb von 8 Wochen nach erfolgter Kontobelastung rückgebucht werden. Illegale Abbuchungen können dagegen innerhalb von 13 Monaten zurückgebucht werden, nachdem die Bank ihren Kunden von dieser Kontobelastung informiert hat.

  

4. Wenn die Bank trotz dieser Regelungen die Rückbuchung der Lastschrift verweigert...

 

...sollten Sie sich zunächst schriftlich per Einschreiben mit Rückschein an Ihre Bank wenden und diese unter Fristsetzung von 14 Tagen dazu erneut auffordern, die entsprechende Lastschrift auf Ihr Konto zurückzubuchen. Berufen Sie sich auf die oben genannten Vorschriften bzw. legen Sie einen Ausdruck dieser Homepage-Seite bei. Sollte Ihnen Ihre Bank andere Fristen nennen, so verlangen Sie die Vorlage dieser Vorschrift in Kopie und eine ausführliche Erklärung, warum in Ihrem Fall keine Rückbuchung vorgenommen werden kann.

 

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