Betrug mit Kaffeefahrten

Ein Ratgeber zum Thema Kaffeefahrt und Butterfahrt. Was ist zu tun, wenn man Opfer eines Betrugs bei unseriösen Verkaufsveranstaltungen geworden ist?

Ratgeber von Rechtsanwalt Thomas Hollweck

 

 

Nach wie vor finden in Deutschland zahlreiche Ausflugsveranstaltungen ("Kaffeefahrten" oder "Butterfahrten") statt, die letztendlich nur ein Ziel haben: Den Teilnehmer in eine Verkaufsveranstaltung zu setzen und ihn stundenlang mit Produktvorführungen zu quälen. Die Organisatoren möchten so viele ihrer überteuerten Waren verkaufen wie möglich, der eigentlich versprochene Ausflug findet überhaupt nicht statt. Im Nachhinein stellt sich dann heraus, dass die erworbenen Verkaufsgegenstände ihr Geld bei weitem nicht wert sind. Dieser Ratgeber soll Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema "Kaffeefahrten" und "Butterfahrten" geben.

 

Warum werden derartige Ausflüge als "Kaffeefahrt" oder "Butterfahrt" bezeichnet?

 

Ursprünglich erhielten die Teilnehmer an einer solchen eintägigen Ausflugsaktion entweder ein Päckchen Kaffee, ein Pfund Butter, oder beides. Dazu gab es verschiedene andere Nahrungsmittel. Das ist bei vielen Veranstaltungen bis heute so geblieben, jedoch werden mittlerweile oftmals zusätzliche technische Produkte als gratis Beigabe versprochen. Auf den ersten Blick erscheinen diese Zugaben zum Ausflug als sehr lohnenswert, doch nach Erhalt derselben stellt sich heraus, dass es nur wertlose Imitate sind. Selbst die angepriesenen Nahrungsmittel sind meist nur einfache Konservenprodukte die zusammen einen Wert von nur wenigen Euro aufweisen. Der Einfachheit halber soll im folgenden nur der Begriff "Kaffeefahrt" verwendet werden.

 

Ist eine Kaffeefahrt wenigstens den geringen Reisepreis wert?

 

Nein, selbst wenn der angebotene Ausflug nur wenige Euro kostet, so ist er selbst diesen geringen Betrag nicht wert. Die von den Kaffeefahrt-Veranstaltern angepriesenen Ausflugsziele werden in der Regel nicht angesteuert. Stattdessen landen die Teilnehmer in einem kleinen Dorf und werden gezwungen, dort im Saal einer Gastwirtschaft oder in einer Halle an einer mehrstündigen Verkaufsveranstaltung teilzunehmen. Weder davor noch danach findet sich Zeit für das ursprünglich versprochene Reiseziel. Wie schon erwähnt, können selbst die als Zugabe versprochenen Nahrungsmittel und technischen Produkte den geringen Reisepreis nicht rechtfertigen, da diese von äußerst geringer Qualität sind. Das einzige Ziel einer Kaffeefahrt ist die Verkaufsveranstaltung, und in dieser sollen die Teilnehmer der Kaffeefahrt so viele überteuerte Produkte wie möglich kaufen. Von der Teilnahme an einer Kaffeefahrt ist daher dringend abzuraten.

 

Ich möchte trotz aller Warnungen an einer Kaffeefahrt teilnehmen. Was sollte ich vor Antritt der Fahrt beachten?

 

Wenn Sie den Versprechungen einer Kaffeefahrt nicht widerstehen können und trotz der Warnungen an einem solchen Ausflug teilnehmen möchten, so sollten Sie sich wenigstens anhand der hier gegebenen Tipps darauf vorbereiten:

 

Lassen Sie EC-Karten oder Kreditkarten zuhause und nehmen Sie nur geringe Mengen an Bargeld mit. Bringen Sie stattdessen Stift und Papier mit, auf dem Sie sich eventuelle Zusagen des Verkäufers schriftlich mit Unterschrift bestätigen lassen können. Preist der Verkäufer das Produkt mit bestimmten Angaben an, so lassen Sie sich von Ihm eine schriftliche Bestätigung geben, dass das verkaufte Produkt tatsächlich diese Eigenschaft hat. Verweigert der Verkäufer Ihnen diese Bestätigung, so können Sie mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um einen Betrüger handelt.

 

Wenn Sie trotz aller Warnungen über die Mangelhaftigkeit der auf einer Kaffeefahrt verkauften Waren dennoch etwas erwerben möchten, so lassen Sie sich bei Unterzeichnung des Kaufvertrags zumindest den Personalausweis des Verkäufers vorlegen. Sie haben dazu das Recht, damit Sie vergleichen können, ob der Verkäufer wirklich die Person ist, die er mit seiner Unterschrift auf dem Kaufvertrag vorzugeben scheint. Verweigert er Ihnen die Vorlage seines Personalausweises, so ist davon auszugehen, dass es sich um einen Betrüger handelt der nicht unter seinem wahren Namen erkannt werden möchte. Sie sollten in einem solchen Fall keine Unterschrift unter einen Kaufvertrag leisten. Achten Sie außerdem darauf, dass der Ihnen vorgelegte Kaufvertrag eine ladungsfähige Anschrift hat. Dass heißt, auf dem Vertrag muss eine Adresse angegeben sein inkl. Straße und Hausnummer. Befindet sich auf dem Vertragsformular lediglich eine Postfachadresse, so steht fest, dass Sie es mit einem unseriösen Anbieter zu tun haben. Eine Vertragsunterzeichnung sollte in diesem Fall nicht erfolgen.

 

Ganz wichtig: Lassen Sie sich so bald wie möglich wenigstens eine oder zwei Namen und Adressen von anderen Kaffeefahrt-Teilnehmern geben. Es sind zahlreiche Fälle von Kaffeefahrten bekannt, bei denen im Nachhinein gute Chancen auf Rückzahlung des gezahlten Geldes bestehen würden, es dann aber an Zeugen scheitert, die die Vorfälle belegen können. Natürlich kennt man sich nicht bei Fahrtantritt, die anderen Kaffeefahrt-Teilnehmer sind zunächst fremde Personen. Haben Sie jedoch im Laufe des Tages Bekanntschaft mit einigen anderen Teilnehmern der Kaffeefahrt gemacht, so bitten Sie diese am Ende der Kaffeefahrt um Adresse und Telefonnummer.

 

Notieren Sie sich den Namen des Busunternehmens und bitten Sie den Fahrer um seinen Namen. Da die Busunternehmen meistens von den Kaffeefahrt-Organisatoren gebucht werden, gehören diese nicht zum Mitarbeiterteam und können daher unproblematisch als Zeugen hinzugezogen werden.

 

Sollten Sie während der Verkaufsveranstaltung ein Produkt erwerben, so vereinbaren Sie bitte nach Möglichkeit eine Bezahlung im Lastschriftverfahren. Denn dann kann der von Ihrem Konto abgebuchte Betrag unproblematisch von Ihrer Bank zurückgeholt werden. Bei einer Überweisung ist das nicht möglich, geschweige denn bei einer Barzahlung. Leider verlangen die Kaffeefahrt-Verkäufer meistens eine Barzahlung. Ein Mitarbeiter der Kaffeefahrt-Organisatoren kommt bei Ihnen zuhause vorbei und bringt das erworbene Produkt, verlangt aber im selben Moment die Barbezahlung desselben. Hat die Firma erst einmal Ihr Geld, wird es natürlich etwas schwieriger, dieses zurückzuerhalten.

 

Nehmen Sie ein Handy mit auf den Ausflug. Damit können Sie die Polizei rufen, falls Sie sich von den Organisatoren der Kaffeefahrt bedrängt oder genötigt fühlen. Auch wenn Sie einen Betrugsversuch bemerken können Sie mit ihrem Mobiltelefon die Polizei verständigen.

 

Wenn Sie am Veranstaltungsort PKW's geparkt sehen, die vermutlich zu den Mitarbeitern der Kaffeefahrt-Veranstalter gehören, so merken Sie sich deren Nummernschilder und notieren diese so bald wie möglich.

 

Ich habe auf einer Kaffeefahrt Produkte zu überhöhten Preisen erworben. Nun bereue ich den Kauf. Was kann ich tun, um mein Geld wieder zurück zu bekommen?

 

Wenn Sie bei einer Kaffeefahrt Waren gekauft haben und nun den Kaufvertrag rückgängig machen möchten, so gibt es hierzu verschiedene rechtliche Möglichkeiten. Grundsätzlich müssen Sie jedoch bedenken, dass Sie es nicht mit einem seriösen Unternehmen zu tun haben. das heißt, selbst wenn das Recht auf Ihrer Seite als Käufer steht, wird die Kaffeefahrt-Firma nicht ohne weiteres den Kaufvertrag rückgängig machen und Ihnen das Geld zurückerstatten. Mit Problemen und Widerstand müssen Sie daher rechnen. Trotz aller Widrigkeiten gibt es für Sie Möglichkeiten, den bezahlten Betrag zurück zu bekommen.

 

Widerruf des Kaufvertrags: Als ersten Schritt sollten Sie den Kaufvertrag widerrufen. Da es sich um eine Verkaufsveranstaltung gehandelt hat haben Sie ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Diese Frist beginnt, sobald Sie eine deutlich gestaltete Widerrufsbelehrung erhalten haben. Ist das nicht der Fall, so läuft Ihr Widerrufsrecht sogar unbefristet. Der Kanzlei Hollweck sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen die Veranstalter der Kaffeefahrt die Widerrufsbelehrung fehlerhaft gestaltet haben. Diese ist dann ungültig und führt ebenfalls zu einem unbefristeten Widerrufsrecht. Der Widerruf sollte per Einschreiben mit Rückschein an die Veranstalter der Kaffeefahrt geschickt werden. Er löscht sozusagen den Kaufvertrag, so, als ob er nie geschlossen worden wäre. Dann besteht kein vertragliches Verhältnis mehr zwischen Ihnen und der Kaffeefahrt-Firma, so dass diese kein Recht mehr hat, den Kaufpreis einzubehalten. Sie muss ihn zurückzahlen. Im Gegenzug sind Sie verpflichtet, die erhaltene Ware zurückzugeben. Sollten Sie eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erhalten oder eine solche sogar unterschrieben haben, so kann es dennoch sein, dass für Sie keine Widerrufsfrist zu laufen beginnt. Es gibt weitere rechtliche Fallstricke, die die Kaffeefahrt-Betreiber nicht beachtet haben könnten. Für diesen Fall empfiehlt es sich, dass Sie einen im Verbraucherrecht erfahrenen Rechtsanwalt hinzuziehen, damit dieser Ihren individuellen Sachverhalt auf derartige rechtliche Lücken hin untersuchen kann.

 

Anfechtung wegen Täuschung: Die Verkäufer auf einer Kaffeefahrt preisen die zu verkaufenden Produkte in der Regel mit Angaben an, die nicht zutreffend sind, und verlangen dafür einen völlig überhöhten Preis. Das führt beim Käufer zu einem Anfechtungsrecht aufgrund von Täuschung. Die Anfechtung kann nach erfolgtem Kaufvertragsabschluss dem Kaffeefahrt-Unternehmen mitgeteilt werden. Sinnvoll ist es, das im selben Schreiben zusammen mit dem Widerruf zu erledigen. Die Anfechtung vernichtet, ähnlich wie der Widerruf, den zugrundeliegenden Kaufvertrag. Nach erfolgter Anfechtung haben Sie daher ein Recht auf Rückzahlung des Kaufpreises und müssen hierfür die erhaltene Ware zurückgeben. Da eine Anfechtung wegen Täuschung sehr ausführlich begründet werden sollte, ist es ratsam, hierzu einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

 

Nichtigkeit wegen "Wucher": Verlangt ein Verkäufer vom Käufer einen viel zu hohen Kaufpreis, und macht er sich dabei das Nicht-Wissen des Käufers zunutze, so kann es sich um einen Fall von "Wucher" handeln. Geschäfte, die zu Wucherpreisen abgeschlossen wurden sind nichtig. Der gesamte Kaufvertrag ist ungültig. Wiederum führt dieser Umstand zu einer Rückabwicklung des Kaufvertrags, denn ohne gültige Vertrag haben die Veranstalter der Kaffeefahrt kein Recht, das von Ihnen erhaltene Geld einzubehalten. Der Kaufpreis muss an den Käufer erstattet werden, und der Käufer muss die erhaltene Ware herausgeben.

 

Strafanzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft: Weigern sich die Kaffeefahrt-Veranstalter, das von Ihnen erhaltene Geld zurückzugeben, obwohl Sie rechtsgültigen Widerruf erklärt haben, so sollten Sie Strafanzeige bei der örtlich zuständigen Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten. In Frage kommende Delikte wäre hier der Betrug und die Nötigung. Möglicherweise lohnt es sich, sollte die Kaffeefahrt-Firma ihren Sitz im Ausland haben, sogar bei der dortigen Polizeidienststelle eine Anzeige aufzugeben. Wichtig ist, dass Sie die Staatsanwaltschaft bitten, Ihnen das Ergebnis der Ermittlungen mitzuteilen. Sinnvoll ist es auch, in regelmäßigen Abständen nach dem Ermittlungsstand zu fragen. Vor allem in Hinsicht auf die tatsächliche Adresse des Unternehmens lohnt sich eine Strafanzeige. Da die Kaffeefahrt-Unternehmen oftmals lediglich eine Postfach-Adresse angeben, besteht die Möglichkeit, über die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft an die wirkliche Adresse der Firma zu gelangen.

 

Information des Finanzamts: Haben die Kaffeefahrt-Betrüger Ware zu überteuerten Preisen verkauft und dadurch hohe Geldbeträge eingenommen, so müssen diese Umsätze selbstverständlich auch versteuert werden. Selbstverständlich halten sich die Kaffeefahrt-Unternehmen nicht immer an ihre Steuerpflicht. Insofern ist ein Hinweis an das örtlich zuständige Finanzamt sinnvoll. Zu denken ist hierbei an Einkommensteuer- und Umsatzsteuerbetrug bzw. Steuerhinterziehung. Bitten Sie das Finanzamt um die Mitteilung der tatsächlichen Postanschrift des Kaffeefahrt-Unternehmens. Zwar unterliegen die Finanzbeamte einer Schweigepflicht, dennoch sind Fälle bekannt, in denen der eine oder der andere Beamte die Adresse unter Wahrung seiner Anonymität herausgegeben hat. Die Finanzbeamten sind auch nur Menschen und kennen die Fälle des Kaffeefahrt-Betrugs. Insofern fühlt sich manchmal einer verpflichtet, hier unterstützend einzugreifen.

 

Information der Gewerbeaufsicht: Bestimmte Fälle des Warenverkaufs auf Kaffeefahrten benötigen eine gewerbliche Genehmigung. Daher ist es sinnvoll, den Verkauf beim örtlich zuständigen Gewerbeaufsichtsamt anzuzeigen. Ähnlich wie beim Finanzamt besteht auch hier die Möglichkeit, an die reale Adresse des Unternehmens zu gelangen.

 

Brief an Politik und Presse: Ein Öffentlichmachen hilft Ihnen zwar nicht konkret, um das bereits bezahlte Geld wieder zurückzubekommen, es kann aber helfen, andere Personen vor einer Teilnahme an derartigen Kaffeefahrten zu warnen. Dennoch: Auch hier sind Fälle bekannt, in denen sich nach einer Veröffentlichung weitere Opfer gemeldet haben, die dann den entscheidenden Hinweis gaben, wie man an das verloren geglaubte Geld wieder heran kommt oder die als Zeugen auftreten konnten. Darüber hinaus ist es sinnvoll, immer wieder die Politik zu ermahnen, in Bezug auf Kaffeefahrten die gesetzlichen Vorschriften abzuändern oder zu ergänzen. Nur der Gesetzgeber kann letztendlich Regelungen erlassen, die zukünftige Betrügereien auf Kaffeefahrten unterbindet. Und Politiker werden nur dann aktiv, wenn sie merken, dass es um Wählerstimmen geht.

 

Gerichtliches Klageverfahren: Weigert sich der Betreiber der Kaffeefahrt beständig, Ihnen das bereits bezahlte Geld zurückzuerstatten, so bleibt letztendlich nur der Gang vor Gericht übrig. Glücklicherweise existiert bereits eine Regelung im deutschen Recht, nach der ein solches Gerichtsverfahren am Wohnort des Käufers durchgeführt werden kann. Eine Reise zum Sitz des Kaffeefahrt-Unternehmens ist somit nicht notwendig. Die Klage wird an dem Gericht eingereicht, das für den Wohnort des Kaffeefahrt-Betrugsopfers maßgebend ist. Rechtlich gesehen haben derartige Klagen eine sehr hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Dennoch ist eine umfassende Prüfung des jeweiligen Sachverhalts durch einen im Verbraucherrecht erfahrenen Rechtsanwalt unumgänglich, bevor Klage bei Gericht eingereicht wird.

 

Gerne können Sie den folgenden Musterbrief für die Erklärung des Widerrufs und der Täuschungsanfechtung, als auch der Ankündigung weiterer Maßnahmen, nutzen:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An

(Name Kaffeefahrt-Unternehmen)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Kaufvertragsnummer: (Ihre Kaufvertragsnummer), Kopie des Vertrags anbei

Kaufvertrag vom (Datum) auf der Ausflugsfahrt nach (Name des Ortes)

Erworbenes Produkt: (Name des Produkts) zum Preis von (Preis in EUR)

Betreff: Widerruf des Kaufvertrags

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit widerrufe ich den oben bezeichneten Kaufvertrag. Eine Kopie desselben lege ich Ihnen bei. Ich bitte Sie, die bei mir befindliche Ware abzuholen bzw. mir einen kostenfreien Retoure-Beleg zuzusenden. Den von mir bereits bezahlten Kaufpreis zahlen Sie mir bitte in bar zurück oder überweisen ihn auf mein Konto bei der Bank (Bankname) und unter der folgenden Bankverbindung (Ihre Bankverbindung mit BLZ und Kontonummer).

 

Bitte bestätigen Sie mir den Widerruf schriftlich. Für die Erstattung des Kaufpreises setze ich Ihnen eine Frist von zwei Wochen ab Zugang des Einschreibens. Sollten Sie innerhalb dieser Frist das Geld nicht zurück erstattet haben, werde ich einen Rechtsanwalt einschalten. Darüber hinaus werde ich Anzeige bei der Polizei erstatten, als auch das für Sie zuständige Finanzamt und die Gewerbeaufsicht informieren.

 

Vorsorglich erkläre ich Ihnen hiermit zusätzlich die Anfechtung wegen Täuschung. Sie haben mir Waren verkauft, die völlig überteuert waren. Die von Ihnen gemachten Angaben über das Produkt sind keinesfalls zutreffend. Ich habe die Ware nur aufgrund der von Ihnen verübten Täuschung erworben. Hätte ich gewusst, dass die Sachen in Wahrheit wesentlich weniger wert sind, hätte ich diese niemals gekauft.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Hat ein Gerichtsverfahren gegen die Organisatoren der Kaffeefahrt Aussicht auf Erfolg?

 

Weigert sich das Kaffeefahrt-Unternehmen beständig, Ihren bereits bezahlten Kaufpreis für die überteuerte Ware zurückzuzahlen, trotz aller schriftlicher Aufforderungen, so bleibt Ihnen letztendlich nur der Gang vor Gericht, um Ihre Rechte geltend zu machen. Natürlich stellt man sich dann die Frage, ob ein solches Gerichtsverfahren überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Grundsätzlich kann hier gesagt werden, dass die Erfolgschancen vor Gericht als sehr gut zu beurteilen sind. Wurde der Kaufvertrag per Einschreiben widerrufen und die Anfechtung wegen Täuschung erklärt, so sind die Organisatoren der Kaffeefahrt rechtlich dazu verpflichtet, den Kaufpreis zurückzuerstatten. Dem würde auch ein Gericht zustimmen, da die Rechtslage dann eindeutig ist. Hinzu kommt das rechtliche Argument des Wuchers und evtl. der Sittenwidrigkeit. Beides führt ebenfalls dazu, dass Sie ein Recht auf Rückerstattung Ihres Geldes haben. Die Gegenseite hat kaum Argumente dagegenzusetzen. Daher sind die Chancen vor Gericht als außerordentlich gut einzuschätzen.

 

Hinzu kommt, dass aufgrund einer bestimmten gesetzlichen Regelung für Verbrauchergeschäfte bzw. Verkaufsveranstaltungen das Gericht zuständig ist, das sich am Wohnort des Käufers befindet. Das Kaffeefahrt-Betrugsopfer ist daher nicht gezwungen, aufwendig in eine andere Stadt zu fahren, um dort der Gerichtsverhandlung beizuwohnen. Stattdessen müssen die Verantwortlichen der Kaffeefahrt zu Ihnen in Ihre Stadt kommen und dort der Gerichtsverhandlung beiwohnen.

 

Zu beachten ist, dass für eine Gerichtsverhandlung eine ladefähige Adresse der Kaffeefahrt-Veranstalter vorhanden sein muss. Das heißt, das Gericht benötigt eine konkrete Adresse mit Straßennamen und Hausnummer. Allein eine Postfachadresse ist nicht ausreichend. Daher muss in einem ersten Schritt die wahre Anschrift der Kaffeefahrt-Firma herausgefunden werden. Erst dann kann Klage bei Gericht eingereicht werden. Kann die reale Adresse aber herausgefunden werden, so stehen die Chancen vor Gericht sehr gut.

 

Kann ich ein Gewinnversprechen einklagen?

 

Oftmals werden im Zusammenhang mit Kaffeefahrten Gewinnzusagen oder Gewinnversprechen abgegeben. Diese besagen, dass man einen ganz bestimmten Preis gewonnen hat und dass man nur noch bei der Kaffeefahrt teilnehmen müsse um diesen versprochenen Gewinn ausgehändigt zu kommen. Tatsächlich ist das dann leider nicht der Fall, der angebliche Gewinner wird nur mit leeren Worten abgespeist, einen Gewinn erhält er nicht.

 

In diesen Fällen ist es ratsam, die Gewinnzusage genau überprüfen zu lassen. Denn ist diese tatsächlich so gehalten, dass man den Eindruck erhält, etwas gewonnen zu haben, so ist der Betreiber des Preisausschreibens dazu verpflichtet, diesen Gewinn auszuhändigen oder auszuzahlen. Es kommt dabei auf jedes einzelne Wort an. Ist die Formulierung klar genug, und weigert sich der Aussteller, den Preis zu übergeben, so kann dieser Gewinn sogar vor Gericht eingeklagt werden. Der Gesetzgeber hat hierzu eine spezielle verbraucherfreundliche Regelung in das Gesetzbuch eingefügt, mit deren Hilfe ein solches Gewinnversprechen vor Gericht erfolgreich eingeklagt werden kann.

 

Was kann ich unternehmen, wenn ich im Urlaub an einer Verkaufsveranstaltung teilgenommen habe und den Kauf nun bereue?

 

Es gibt immer wieder Fälle, in denen Urlauber an einer Verkaufsveranstaltung in ihrem Urlaub teilnehmen und dort überteuerte Ware erwerben. Meist handelt es sich dabei um südliche Länder wie beispielsweise die Türkei, Tunesien, Ägypten oder Marokko. Verkauft werden in der Regel Teppiche oder Schmuck. Der Urlauber bucht vor Ort in seinem Urlaubsdomizil einen Tagesausflug und nimmt dabei an einer solchen Verkaufsveranstaltung teil. Die Verkäufer sind freundlich, sympathisch und sehr geschult. Nach kurzer Überredung kauft der Urlauber einen Teppich oder Goldschmuck für viel Geld. Erst zuhause merkt er, dass er zuviel Geld dafür ausgegeben hat, da die Teppiche oder der Schmuck weitaus weniger wertvoll sind als gedacht. Das lässt sich in der Regel durch eine Schätzung bei einem Juwelier oder einem Teppichhändler schnell herausfinden. Was kann der Käufer tun, nachdem er gemerkt hat, dass er bei dem Kauf im Urlaub betrogen wurde?

 

Zunächst ist auch hier ein schriftlicher Widerruf per Einschreiben an den Verkäufer bzw. Händler im Urlaubsort zu schicken. Das deutsche verbraucherfreundliche Widerrufsrecht gilt auch dann, wenn Ware im Ausland erworben wurde. Dieser Widerruf beseitigt den Kaufvertrag. Ebenso wie bei einer deutschen Kaffeefahrt bzw. Verkaufsveranstaltung ist auch hier zusätzlich die Anfechtung wegen Täuschung zu erklären.

 

Anschließend kommt es darauf an, ob Sie bereits den Kaufpreis bezahlt haben oder nicht, oder ob erst ein Teilbetrag vor Ort im Urlaubsland bezahlt wurde und der Rest von Deutschland aus überwiesen werden soll. Da hier verschiedene Fallkonstellationen zu unterscheiden sind, kann keine pauschale Aussage getroffen werden. Da es sich meist um hohe Geldbeträge handelt ist es sinnvoll, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Der Anwalt sollte sich im Verbraucherrecht gut auskennen und den Sachverhalt überprüfen. Er kann dann weitere Schritte überlegen und evtl. unberechtigte Mahnungen aus dem Ausland mit den entsprechenden juristischen Argumenten abweisen.

 

Wurde der Kaufpreis bereits im Urlaubsort bezahlt, und verweigert der im Ausland sitzende Händler die Rückzahlung des Kaufpreises, so kann eine gerichtliche Klage in Betracht kommen. Der Vorteil für den deutschen Verbraucher ist der, dass diese Klage in Deutschland am Gericht seines Wohnortes bzw. Bezirks stattfinden würde. Sie als Kläger sind also nicht dazu genötigt, einer Gerichtsverhandlung im Ausland beizuwohnen. Stattdessen müsste der ausländische Verkäufer zu Ihnen nach Deutschland anreisen. Das geschieht in den seltensten Fällen, so dass die Klage schon alleine aufgrund eines Versäumnisurteils gewonnen werden kann. Nach Erhalt eines Urteils kann dieses direkt im Ausland vollstreckt werden. Das geschieht in der Regel dadurch, indem man vor Ort eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei mit der Vollstreckung beauftragt. Um hier sicher zu gehen, dass Sie als betrogener Käufer letztendlich Ihr Geld zurück erhalten, sollte vor Einreichung einer Klage bereits mit einer derartigen deutschen Rechtsanwaltskanzlei in Ihrem Urlaubsland Kontakt aufgenommen werden. Glücklicherweise ist es mittlerweile so, dass in beinahe allen Ländern auf der Welt deutsche Rechtsanwälte bzw. deutsche Anwaltskanzleien zu finden sind. Die Aussichten einer gerichtlichen Klage sind daher insgesamt mit gut zu beurteilen. Dennoch ist es unbedingt ratsam, den gesamten Sachverhalt vor Einreichung einer Klage von einem im Verbraucherrecht erfahrenen Rechtsanwalt überprüfen zu lassen.

 

Wann ist es sinnvoll, einen Rechtsanwalt bei Problemen mit einer Kaffeefahrt hinzuzuziehen?

 

Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei rechtlichen Problemen mit einer Kaffeefahrt zunächst selbst aktiv zu werden und diese mit Hilfe der in diesem Ratgeber veröffentlichten Tipps und dem Musterschreiben zu versuchen, das verlorene Geld zurückzuerhalten. Das erspart Ihnen zunächst weitere Kosten. Alternativ bietet es sich an, Ihren rechtlichen Ärger mit der Kaffeefahrt von der örtlichen Verbraucherzentrale überprüfen zu lassen. Alternativ können Sie selbstverständlich auch von Anfang an einen Rechtsanwalt hinzuziehen, der Ihren Fall dann durchgängig betreut. Ein Anwalt kann aufgrund seiner Erfahrung genau beurteilen, ob und wie Sie den von Ihnen bezahlten Kaufpreis zurückerhalten können. Kommt es zu einem gerichtlichen Klageverfahren, so sollte auf jeden Fall ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden, um Ihre Rechte vor Gericht zu vertreten.

 

Kostenlose Erstanfrage

 

Haben Sie ein Problem mit einer überhöhten Forderung, die aus einem Kaffeefahrt-Kaufvertrag resultiert, so können Sie mir eine kostenlose und unverbindliche Erstanfrage zukommen lassen. Ich überprüfe Ihren Fall, und teile Ihnen mit, ob ich helfen kann, und wie hoch die Gebühr hierfür wäre. Durch eine Erstanfrage entstehen keine Kosten. Weitere Informationen zur Erstanfrage finden Sie hier:

 

Kontakt Kanzlei Hollweck – Erstanfrage

 

Wichtige Informationen im Rahmen einer Erstanfrage:

 

Wenn Sie eine unverbindliche Erstanfrage an mich stellen, so bitte ich Sie um Beantwortung der folgenden Fragen. Diese erleichtern mir eine Beurteilung Ihres Anliegens.

 

  • Wann und wo hat die Kaffeefahrt stattgefunden?
  • Was haben Sie dort gekauft und zu welchem Preis?
  • Was hat man Ihnen in Bezug auf das Produkt versprochen?
  • Haben Sie das Produkt schon erhalten?
  • Haben Sie die Rechnung bereits bezahlt?
  • Haben Sie dem Kaufvertrag bereits schriftlich widersprochen?
  • Haben Sie eine Mahnung erhalten?
  • Wurde ein Inkassobüro eingeschaltet?

 

Rechtsanwalt Thomas Hollweck

Verbraucheranwalt in Berlin

 

 

 

Rechtsanwalt Thomas Hollweck hat Erfahrung mit Betrügereien auf Kaffeefahrten und kann daher kompetente rechtliche Hilfe bieten. Anwalt für Verbraucherschutz in Berlin.
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