Die Bahncard der Deutschen Bahn

Ein Ratgeber zum Thema Bahncard der Deutschen Bahn DB. Was ist zu tun, wenn rechtliche Probleme mit der Bahncard auftreten? Wie kündige ich die Bahncard?

Ratgeber von Rechtsanwalt Thomas Hollweck

 

 

Probleme mit der Bahncard der Deutschen Bahn gibt es in den verschiedensten Formen: Bahnmitarbeiter verkaufen die Bahncard und weisen fälschlicherweise darauf hin, dass sich der Vertrag nicht automatisch verlängert, die Bahncard wird dem Empfänger überhaupt nicht zugeschickt, Kündigungen werden nicht akzeptiert oder nach erfolgter Kündigungsbestätigung erfolgt trotzdem eine weitere Zusendung der Bahncard. Egal ob Bahncard 25, 50 oder 100, die rechtlichen Probleme und der Ärger darüber bleiben die selben. Dieser Ratgeber soll Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Bahncard geben.

 

Ich habe die Bahncard am Schalter erworben. Man hat mir gesagt, dass sich der Bahncard-Vertrag NICHT automatisch verlängert. Nun handelt es sich aber doch um ein Abo. Was kann ich tun?

 

Es sind zahlreiche Fälle aus der Beratungspraxis bekannt, in denen Mandanten genau diesen Sachverhalt schildern: Sie erwerben zum ersten mal eine Bahncard bei der Deutschen Bahn und erkundigen sich direkt am Schalter im Bahnhof nach den Bedingungen des Vertrages. Dann erzählt der Bahnmitarbeiter, dass es sich um einen einmaligen Vertrag ohne Verlängerung handelt, also nicht um ein Abo.

 

Nachdem der Bahnkunde die Bahncard und die Vertragsbestätigung erhalten hat, erfährt er plötzlich, dass er nun doch ein Bahncard-Abo abgeschlossen hat. Oder, noch schlimmer, die Informationen über das Bahncard-Abo ergeben sich auch bei Erhalt der Bahncard und der Bestätigung nicht aus den beigefügten Unterlagen. Der Bahnkunde erfährt manchmal erst dann von dem abgeschlossenen Abo, wenn die Kündigungsfrist bereits abgelaufen ist und die neue Bahncard automatisch zugeschickt wird.

 

Was kann in einem solchen Fall unternommen werden? In der Theorie ist das einfach: Wenn Ihnen bei Vertragsschluss bestimmte Vertragsbedingungen persönlich genannt wurden, dann haben diese Vorrang vor schriftlichen Vertragsbedingungen. Es gilt hier der Vorrang der Individualabrede innerhalb der nach deutschem Recht bestehenden Vertragsfreiheit im Privatrecht. Hat Ihnen der Bahnmitarbeiter gesagt, dass es sich bei Ihrem Bahncard-Vertrag nicht um ein Abo handelt, so gilt diese Vereinbarung. Denn genau zu diesen Bedingungen wollten Sie schließlich den Vertrag über die Bahncard abschließen, und zu keinen anderen Bedingungen.

 

In der Praxis ist diese Individualrede leider schwer zu beweisen: Das ist generell das Problem an mündlichen Zusatzvereinbarungen in Verträgen. Sie lassen sich meistens nur sehr schwer beweisen. Ein Beweis ist hier nur dann möglich, wenn noch eine andere Person anwesend war, als Sie die Bahncard gekauft haben. Gelingt Ihnen dieser Beweis, so gelten für Sie die vertraglich ausgemachten Bedingungen. Das heißt, Sie haben lediglich einen Jahresvertrag für die Bahncard abgeschlossen, ohne dass sich dieser in Form eines Abos verlängert. Alternativ käme eine Vertragsanfechtung wegen Täuschung in Frage. Auch hierzu ist ein Zeuge als Beweis notwendig. Die Anfechtung wegen Täuschung beseitigt einen Vertragsschluss von Anfang an, und Sie werden so gestellt, als ob Sie den Vertrag über die Bahncard nie abgeschlossen hätten.

 

In einer rechtlichen Auseinandersetzung mit der Bahn sollten Sie das eben beschriebene aufgrund der Beweisschwierigkeiten jedoch lediglich als zusätzliches Argument verwenden. Viel effektiver ist es, die folgende Vorgehensweise anzuwenden:

 

Ich habe eine Bahncard erworben, ohne zu wissen, dass es sich dabei um ein Abo handelt. Darf die Bahn mir einfach so ein Abo unterschieben?

 

Nein, das darf sie eben nicht. In der Regel ist es so, dass weder aus dem Internet- noch aus eventuellen Prospektinformationen deutlich hervorgeht, dass es sich bei der Bahncard um ein Abo handelt. Oberflächlich vermittelt die Deutsche Bundesbahn den Eindruck, dass es sich bei dem Bahncard-Vertrag lediglich um einen Jahresvertrag handelt, der automatisch endet. Selbst bei Erhalt der Vertragsbestätigung und der Bahncard fehlt dieser deutliche Hinweis oftmals. Erst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ("AGB's", das "Kleingedruckte") schreibt die Bahn, dass es sich bei der Bahncard um ein Abo handelt.

 

In den derzeit aktuellen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bahn für die Bahncard findet sich dieser Hinweis versteckt unter Punkt 2.5.1: "Die Geltungsdauer der BahnCard 25/BahnCard 50 beträgt ein Jahr. Sie verlängert sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, sofern die BahnCard 25/BahnCard 50 nicht bis 6 Wochen vor Kartenablauf schriftlich gegenüber dem BahnCard-Service gekündigt wird. Ca. 4 Wochen vor Ablauf der alten BahnCard 25/BahnCard 50 wird die neue BahnCard 25/BahnCard 50 zugesandt."

 

Durch die Aufnahme dieser Abo-Regelung in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen muss sich die Bahn jedoch einer "Inhaltsprüfung" stellen, das heißt, die Geschäftsbedingungen müssen nach dem deutschen Recht gültig sein. Ist eine Regelung ungültig, so ist sie für den jeweiligen Vertrag nicht anwendbar. Der Vertrag an sich bleibt zwar gültig, jedoch wird die ungültige Regelung nicht Vertragsbestandteil.

 

So verhält es sich bei der Bahncard-Abo-Regelung der Deutschen Bahn: Ein Grundsatz unseres deutschen Rechtssystems ist der, dass bloßes "Schweigen" keine Willenserklärung darstellt. Ein Vertrag kann somit nur dann verlängert werden, wenn der Kunde sein ausdrückliches Einverständnis zu der Vertragsverlängerung bekannt gibt.

 

Schweigt der Kunde und tut nichts, ist eine Verlängerung des Vertrags ausgeschlossen. Jedoch ist es möglich, von diesem Grundsatz abzuweichen, wenn eine gewisse Notwendigkeit hierfür existiert. Dann kann eine solche Regelung in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen mitaufgenommen werden. Das ist hier aber nicht der Fall. Die Deutsche Bahn hat keinen Rechtfertigungsgrund dafür, den Bahncard-Vertrag automatisch zu verlängern.

 

Es ist zu vermuten dass die automatische Vertragsverlängerung aus Gewinninteresse besteht, aber nicht weil eine zwingende Notwendigkeit hierfür existiert. Demnach ist es unzulässig, eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass "Schweigen" keine Willenserklärung ist, zuzulassen. Die entsprechende Regelung über die automatische Verlängerung der Bahncard um ein weiteres Jahr ist unzulässig. Damit findet sie keinen Eingang in den Bahncard-Vertrag, und der Bahnkunde kann einer automatischen Verlängerung der Bahncard widersprechen.

 

Sinnvoll und kundenfreundlich wäre es vielmehr, den Kunden am Ende des Jahresvertrages per E-Mail oder Brief zu fragen, ob er die Bahncard für ein weiteres Jahr kaufen möchte. Dann hätte der Kunde die Möglichkeit, freiwillig in die Vertragsverlängerung einzuwilligen, oder eben nicht. Als die Deutsche Bundesbahn die Bahncard anfangs herausgab war diese schließlich auch ohne automatische Verlängerung. Das zeigt, dass die Bahncard durchaus ohne Abo-Funktion verkauft werden kann und dass keine zwingende Notwendigkeit für eine versteckte Abo-Regelung in den Bahn-AGB's besteht.

 

Ein weiterer Aspekt, der die Wirksamkeit einer derartigen Regelung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausschließt ist der, dass die AGB's keine für den Kunden "überraschende Klauseln" enthalten dürfen. Schließt ein Bahnkunde aber einen Vertrag mit der Deutschen Bundesbahn über eine ein Jahr gültige Bahncard, so ist es für den Kunden durchaus überraschend, wenn sich dieser Vertrag ohne sein Wissen automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Für gewöhnlich muss ein Vertragspartner nicht damit rechnen, dass sein Gegenüber den Vertrag einfach verlängert. Das ist ein so außergewöhnlicher Umstand, dass der Bahnkunde nicht damit zu rechnen braucht. Insofern handelt es sich bei dem Bahncard-Abo um eine "überraschende Klausel" im Sinne des Gesetzbuches. Das macht die Verlängerungsregelung nichtig, sie findet keinen Eingang in den Bahncard-Vertrag.

 

Sollten Sie bereits eine zweite Bahncard im Rahmen der versteckten Abo-Regelung erhalten haben und damit nicht einverstanden sein, so empfiehlt es sich, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, um der Abo-Verlängerung zu widersprechen. Ein Anwalt kann in der Regel mit einem einzigen Schreiben der Deutschen Bahn aufzeigen, dass die automatische Verlängerung des Bahncard-Vertrags nicht zulässig ist. Darüber hinaus reagiert die Bahn oftmals plötzlich sehr kulant, sobald ein Rechtsanwalt hinzugezogen wird. Die Beauftragung eines Anwalts ist dabei wesentlich günstiger als die Bahncard ein zweites Jahr bezahlen zu müssen.

 

Ich habe die Bahncard bestellt, bis heute jedoch nicht erhalten. Was kann ich tun?

 

Manchmal kommt es vor, dass der Bahnkunde eine Bahncard bestellt, diese aber nicht zugeschickt bekommt. In einer solchen Situation bietet es sich an, ein einfaches Aufforderungsschreiben an die Bahn zu schicken und, möchte man nicht unendlich lange auf die Bahncard warten, eine Fristsetzung inkl. Auftragsstornierung mit in das Schreiben aufzunehmen.

 

Ein solches Musterschreiben könnte etwa wie folgt aussehen:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An die

DB Fernverkehr AG

Bahncard-Service

60643 Frankfurt am Main

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Bahncardnummer: (Ihre Bahncardnummer, falls schon bekannt)

Bahncardvertrag vom (Datum)

Betreff: Bitte um Zusendung der Bahncard

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

am (Datum) habe ich eine Bahncard bestellt. Leider ist diese bislang nicht bei mir eingetroffen. Ich bitte Sie daher, mir diese baldmöglichst zuzuschicken. Sollte ich die Bahncard bis zum (Datum) nicht erhalten haben, erkläre ich Ihnen hiermit schon jetzt die Stornierung meines Auftrags.

 

Sollten Sie mir die Bahncard bereits zugeschickt haben, so bitte ich Sie um Nachweis des Zugangs. Als Versender sind Sie in der Beweispflicht, den ordnungsgemäßen Zugang beim Kunden nachzuweisen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Komplizierter wird es dann, wenn die Bahncard nicht eintrifft, die Deutsche Bundesbahn aber dennoch eine Rechnung für diese nie erhaltene Bahncard verschickt bzw. schon das Geld vom Konto abbucht. Für diesen Fall sollten Sie zu Ihrer Bank gehen und das unberechtigt abgebuchte Geld wieder zurückholen lassen. Das ist bei jeder Bank unkompliziert möglich. Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Schreiben an die Deutsche Bahn zu schicken, in der auf die unberechtigte Kontoabbuchung und die nicht zugeschickte Bahncard hingewiesen wird.

 

Verwenden Sie hierzu den folgenden Musterbrief:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An die

DB Fernverkehr AG

Bahncard-Service

60643 Frankfurt am Main

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Bahncardnummer: (Ihre Bahncardnummer, falls schon bekannt)

Bahncardvertrag vom (Datum)

Betreff: Bitte um Zusendung der Bahncard

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

am (Datum) habe ich eine Bahncard bestellt. Leider ist diese bislang nicht bei mir eingetroffen. Ich bitte Sie daher, mir diese baldmöglichst zuzuschicken. Sollte ich die Bahncard bis zum (Datum) nicht erhalten haben, erkläre ich Ihnen hiermit schon jetzt die Stornierung meines Auftrags.

 

Sollten Sie mir die Bahncard bereits zugeschickt haben, so bitte ich Sie um Nachweis des Zugangs. Als Versender sind Sie in der Beweispflicht, den ordnungsgemäßen Zugang beim Kunden nachzuweisen.

 

Obwohl ich die Bahncard bis heute nicht erhalten habe, wurde mir der Betrag für die Bezahlung der Bahncard bereits von meinem Bankkonto abgebucht. Da ich die Bahncard noch nicht von Ihnen erhalten habe, habe ich den entsprechenden Betrag auf mein Konto zurückbuchen lassen. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Ich möchte nicht für eine Leistung bezahlen, die ich noch nicht erhalten habe, und bei der ungewiss ist, ob ich sie überhaupt erhalten werde.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Kommt die Bahncard nicht bei Ihnen an, behauptet die Deutsche Bahn aber, dass die Card bereits verschickt wurde, so können Sie dem getrost widersprechen. Rein rechtlich ist es so, dass die Bahn als Versender der Bahncard deren Zugang beim Empfänger nachweisen muss. Behaupten Sie, dass die Bahncard niemals bei Ihnen angekommen ist, so muss die Bahn das hinnehmen und den angeblichen Zugang beweisen.

 

Wie kündige ich die Bahncard am effektivsten?

 

Wenn Sie von Anfang an wissen, dass Sie die Bahncard nur für ein Jahr lang nutzen möchten, dann ist es sinnvoll, den Bahncard-Vertrag gleich nach Erhalt der ersten Bahncard zu kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und sollte per Einschreiben mit Rückschein verschickt werden.

 

Sie können hierzu das folgende Musterschreiben zur Kündigung Ihrer Bahncard verwenden:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An die

DB Fernverkehr AG

Bahncard-Service

60643 Frankfurt am Main

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Bahncardnummer: (Ihre Bahncardnummer)

Bahncardvertrag vom (Datum)

Betreff: Kündigung Bahncard

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit kündige ich meinen Bahncard-Vertrag mit der Nummer (Ihre Bahncardnummer) zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte lassen Sie mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung zukommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Ist es Ihnen nicht möglich, den Bahncard-Vertrag sofort zu kündigen, etwa weil Sie nicht sicher sind, wie viele Jahre Sie eine Bahncard nutzen werden, so sollten Sie zumindest die von der Deutschen Bahn vorgegebenen Kündigungsfristen einhalten. Das erspart spätere Probleme in Bezug auf die Frage, ob die Bahn den Vertrag überhaupt automatisch verlängern darf oder nicht (siehe oben). Kündigen Sie die Bahncard in einem solchen Fall spätestens sechs Wochen vor Ablauf des Vertragsjahres. Achten Sie bitte darauf, dass eine gewisse Postlaufzeit in die Kündigungsfrist miteingerechnet werden muss. Die Kündigung muss spätestens sechs Wochen vor Ablauf des Vertragsjahres bei der Deutschen Bahn eingegangen sein. Das Kündigungsschreiben sollte daher mindestens einige Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist abgeschickt werden. Um doppelt sicher zu gehen empfiehlt es sich, die Kündigung parallel zum Einschreiben auch per E-Mail oder per Fax zu verschicken.

 

Ich habe meine Bahncard gekündigt und eine Kündigungsbestätigung erhalten. Dennoch erhalte ich plötzlich eine neue Bahncard. Was soll ich tun?

 

In einigen Fällen kommt es vor, dass Kunden trotz ordnungsgemäßer Kündigung und erhaltener Kündigungsbestätigung dennoch eine weitere neue Bahncard zugeschickt bekommen. Hier gilt selbstverständlich die von der Bahn ausgestellte Kündigungsbestätigung als rechtlich bindend. Bitte bewahren Sie diese Bestätigung gut auf, denn diese ist der Beweis für die bei der Bahn eingegangene rechtzeitige Kündigung Ihrer Bahncard.

 

Nachdem Sie die unberechtigt zugeschickte neue Bahncard erhalten haben, sollten Sie unverzüglich schriftlich per Einschreiben und Rückschein reagieren.

 

Der folgende Musterbrief zeigt auf, in welcher Form ein solches Schreiben abgefasst werden kann:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An die

DB Fernverkehr AG

Bahncard-Service

60643 Frankfurt am Main

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Bahncardnummer: (Ihre Bahncardnummer)

Bahncardvertrag vom (Datum)

Kündigung vom (Datum) und Kündigungsbestätigung vom (Datum)

Betreff: Unverlangt zugeschickte Bahncard

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich habe meinen Bahncard-Vertrag am (Datum) ordnungsgemäß und rechtzeitig gekündigt. Das haben Sie mir per Kündigungsbestätigung vom (Datum) bestätigt. Die Bestätigung lege ich diesem Schreiben in Kopie bei. Somit besteht ab dem Kündigungsdatum zwischen der Deutschen Bahn und mir kein vertragliches Verhältnis mehr.

 

Dennoch habe ich von Ihnen am (Datum) eine weitere Bahncard erhalten. Die Zusendung dieser Bahncard geschah demnach ohne vertragliche Grundlage. Ich werde diese daher nicht bezahlen, da sie unverlangt verschickt wurde.

 

Bitte teilen Sie mir mit, ob die Bahncard an Sie zurück geschickt oder vernichtet werden soll. Zudem bitte ich Sie um eine schriftliche Bestätigung, dass diese Bahncard lediglich versehentlich an mich verschickt wurde. Haben Sie hierfür vielen Dank.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Besteht die Bahn trotz dieses Schreibens weiterhin auf eine Bezahlung der neuen Bahncard, so sollten Sie einen im Verbraucherrecht erfahrenen Rechtsanwalt hinzuziehen. In der Regel kann der Anwalt die Problematik mit einem einzigen Schreiben, das die rechtliche Situation darstellt, auflösen. Die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes ist dabei in der Regel wesentlich günstiger, als eine neue Bahncard für ein weiteres Jahr bezahlen zu müssen.

 

Ich habe als Arbeitnehmer von meiner Firma eine Bahncard gestellt bekommen. Nun verlasse ich diese Firma. Muss ich die Bahncard selbst kündigen, oder erledigt das mein Chef?

 

In allen Fällen, in denen ein Angestellter vom Unternehmen eine Bahncard gestellt bekommt, ist es ratsam, diese bei Austritt aus dem Betrieb sofort selbst zu kündigen. Vergisst der ehemalige Chef die Kündigung der Bahncard, so verlängert sich der Bezug für Sie um ein weiteres Jahr.

 

Eigentlich ist Ihre Firma der Vertragspartner und müsste dementsprechend die Bahncard kündigen. Dennoch kommt es in vielen Vertragsgestaltungen vor, dass Sie letztendlich die Rechnung für die zweite Bahncard erhalten, und nicht Ihre Firma. Eben um dieses Risiko von Anfang an auszuschließen empfiehlt es sich, beim Verlassen des Unternehmens die DB Bahncard in Eigenregie zu kündigen.

 

Ich bin im Besitz einer Bahncard. Nun habe ich von der Deutschen Bahn eine Mitteilung erhalten, dass die Bahncard im nächsten Jahr teurer wird. Habe ich deswegen ein Sonderkündigungsrecht?

 

Nein, bei der Mitteilung einer Preissteigerung für das nächste Jahr haben Sie zumindest kein sofortiges Sonderkündigungsrecht. Der für Sie gültige Preis für die Bahncard bezieht sich auf das gesamte Jahr. Der neue höhere Preis gilt erst für das nächste Jahr. Somit können Sie Ihren Bahncard-Vertrag zum Ende des abgelaufenen Jahres mit der gewöhnlichen Kündigungsfrist kündigen.

 

Zwar hat die Deutsche Bundesbahn in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein solches Sonderkündigungsrecht festgehalten, doch entfaltet dieses in der Regel keine Gültigkeit, da die Preiserhöhung erst zum nächsten Vertragsjahr greift. Ein Sonderkündigungsrecht wäre aber für den theoretischen Fall denkbar, dass die Bahn den Preis während eines laufenden Vertragsjahres erhöht.

 

Ich habe Anspruch auf eine ermäßigte Bahncard. Dennoch musste ich den vollen Preis bezahlen. Die Bahn hat mich auf die Ermäßigung überhaupt nicht hingewiesen. Kann ich das zuviel gezahlte Geld von der Deutschen Bahn zurückerhalten?

 

In der Tat besteht durchaus eine gute Chance, zuviel bezahltes Geld von der Bahn zurück bezahlt zu bekommen. Trifft für Sie ein Ermäßigungstatbestand zu, etwa weil Sie über 60 Jahre alt, Schüler, Student, Auszubildender, Ehepartner eines Bahncardinhabers oder Schwerbehinderter sind, so sollten Sie diesen Umstand der Bahn unverzüglich mitteilen. Erfahrungsgemäß ist es leider so, dass die Mitarbeiter am Ticketschalter nicht von sich aus einen Hinweis auf mögliche Ermäßigungen geben. Man muss immer gezielt nachfragen.

 

Lag bei Ihnen zum Zeitpunkt des Erwerbs der Bahncard ein Ermäßigungstatbestand vor, so können Sie das zuviel gezahlte Geld von der Bahn zurück erhalten.

 

Die Bahn beruft sich dabei auf Kulanz. Tatsächlich ist es aber so, dass Sie einen rechtlichen Anspruch auf diese Rückzahlung haben. Das ergibt sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bahn, Punkt 2.2.3, Punkt 2.2.4 und Punkt 2.2.5. Dort werden die Ermäßigungstarife exakt festgelegt. Ist ein Ermäßigungsgrund bei Ihnen einschlägig, so gelten diese Tarife für Sie automatisch. Verlangt der Bahnmitarbeiter am Schalter nun den vollen Preis, so bezahlen Sie zuviel für die Bahncard. Diese Zuvielzahlung ist von keiner vertraglichen Grundlage gedeckt. Daher haben Sie einen Anspruch auf Rückzahlung des Geldes, das die Bahn unberechtigterweise erhalten hat.

 

Die Bahn hat mir eine unberechtigte Rechnung für die Bahncard gestellt. Diese Rechnung habe ich nicht bezahlt. Nun wurde die Angelegenheit an ein Inkassobüro abgegeben. Was soll ich tun?

 

Wenn die Deutsche Bahn die Forderung bereits an ein Inkassounternehmen abgegeben hat (z.B. Universum Inkasso aus Frankfurt) ist alleine dieses Ihr Ansprechpartner. Zukünftige Schreiben sind alle an das Inkassobüro zu richten. Es empfiehlt sich in einem solchen Falle, schriftlich per Einschreiben mit Rückschein Widerspruch gegen die Inkassoforderung einzulegen.

 

Nutzen Sie zunächst den folgenden Musterbrief, um bei der Inkassofirma einen Widerspruch gegen die Mahnung einzulegen:

 

Absender:

(Vorname, Name)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

An das Inkassounternehmen

(Name des Inkassobüros)

(Straße, Hausnummer)

(Postleitzahl, Stadt)

 

Per Einschreiben mit Rückschein

 

Ihr Aktenzeichen: (Aktenzeichen der Inkassofirma)

Ihr Schreiben vom: (Datum)

Betreff: Widerspruch gegen Ihre Mahnung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der in Ihrem Mahnschreiben vom (Datum) geforderte Betrag über (Betrag EUR) ist unberechtigt. Ich werde diese Forderung nicht bezahlen.

 

Ich begründe meinen Widerspruch wie folgt: (Schildern Sie hier Ihren Sachverhalt, aus dem hervorgeht, warum die Deutsche Bahn bzw. das Inkassounternehmen keine berechtigten Forderungen gegen Sie haben können. Fügen Sie evtl. Dokumente in Kopie bei, die Ihre Darstellung unterlegen.)

 

Sollten Sie dennoch der Ansicht sein, dass hier eine berechtigte Forderung vorliegt, so bitte ich Sie, mir detailliert, unter Benennung aller Rechtsgrundlagen, aufzuzeigen, wieso ich den geforderten Betrag angeblich der Deutschen Bahn schulde.

 

Sollte Ihnen das nicht möglich sein, so fordere ich Sie hiermit auf, diese Angelegenheit zu stornieren und mir das schriftlich zu bestätigen. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Vorname, Name)

(Ort, Datum)

 

Nachdem Sie der Forderung widersprochen haben, ist der erste wichtige Schritt getan. Warten Sie nun ab, wie das Inkassounternehmen reagiert. Wenn es sich um ein seriöses Inkassobüro handelt, so wird es Rücksprache mit der DB halten und auf Ihren Widerspruch eingehen.

 

Erhalten Sie dagegen lediglich ein Standardschreiben, ohne dass auf Ihren Widerspruch individuell eingegangen wird, so halten Sie bitte diesen Widerspruch konsequent aufrecht. Ist dieser berechtigt, und haben Sie ihn überzeugend vorgetragen, so wird das Inkassobüro die Forderung früher oder später stornieren. Nur selten kommt es dann vor, dass die Sache vor Gericht ausgetragen wird.

 

Die Kanzlei Hollweck hat bereits in hunderten von Fällen Widerspruch gegen unberechtigte DB-Rechnungen und DB-Inkassoforderungen für ihre Mandanten eingelegt. Bis zuletzt hat die DB bzw. das hinzugeschaltete Inkassounternehmen früher oder später die Forderung immer fallen gelassen, da erkannt wurde, dass diese tatsächlich unberechtigt ist.

 

Erst vor kurzem entschied sich die DB, zum ersten mal(!) eine Forderung vor Gericht zu bringen - und verlor den Rechtsstreit! Selbst das Gericht konnte nicht davon überzeugt werden, dass die Forderung der DB über ein angeblich beauftragtes BahnCard-Abo berechtigt sei. Lesen Sie hier die Entscheidung des Gerichts vom 31.07.2013 nach (Amtsgericht Gengenbach).

 

Sollten Sie eine unberechtigte Forderung von der DB bzw. von einem Inkassounternehmen im Auftrag der DB erhalten haben, z.B. wegen eines BahnCard-Vertrages, so machen Sie sich bitte keine allzugroßen Sorgen. Ist die Forderung unberechtigt, so müssen Sie diese bei entsprechendem konsequenten Widerspruch nicht bezahlen.

 

Kostenlose Erstanfrage

 

Haben Sie ein Problem im Bereich DB BahnCard, so können Sie mir gerne eine kostenlose und unverbindliche Erstanfrage zukommen lassen. Ich überprüfe Ihren Fall, und teile Ihnen mit, ob ich Ihnen helfen kann, und wie hoch die Gebühr hierfür wäre. Durch eine Erstanfrage entstehen Ihnen keine Kosten. Weitere Informationen zur Erstanfrage finden Sie hier:

 

Kontakt Kanzlei Hollweck – Erstanfrage

 

Wichtige Informationen im Rahmen einer Erstanfrage:

 

Wenn Sie eine unverbindliche Erstanfrage an mich stellen, so bitte ich Sie um Beantwortung der folgenden Fragen. Diese erleichtern mir eine Beurteilung Ihres Anliegens.

 

  • Wann und wo haben Sie den BahnCard-Vertrag abgeschlossen?
  • Hat man Sie darüber informiert, dass sich der Vertrag automatisch verlängert?
  • Liegt Ihnen bereits eine Rechnung für die neue BahnCard vor?
  • Welche Forderungshöhe macht die DB gegen Sie geltend?
  • Haben Sie der Forderung bereits schriftlich widersprochen?
  • Haben Sie eine Mahnung erhalten?
  • Wurde ein Inkassobüro eingeschaltet?

 

Rechtsanwalt Thomas Hollweck

Verbraucheranwalt in Berlin

 

 

 

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